Ausstellung

2021


Eröffnung:
8. Oktober 2021, 19:00

Eröffnungs-wochenende bei freiem Eintritt:

9. und 10. Oktober 2021

Ausstellungsdauer:
9. Oktober 2021 - 30. Jänner 2022

Ort:
Akademie der bildenden Künste Wien, Gemäldegalerie, Schillerplatz 3, 1010 Wien


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  • Hungry for Time
    Eine Einladung zu epistemischem Ungehorsam mit Raqs Media Collective, in den Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien


    Eröffnung: 8. 10. 2021, 19 Uhr
    Eröffnungswochenende bei freiem Eintritt: 9. und 10. 10. 2021
    Ausstellungsdauer: 9. 10. 2021 - 30. 1. 2022
    Ort: Akademie der bildenden Künste Wien, Gemäldegalerie, Schillerplatz 3, 1010 Wien


    Die Akademie der bildenden Künste Wien ist nach umfassender Sanierung und Modernisierung im Sommer dieses Jahres in ihr historisches Gebäude am Schillerplatz zurückgekehrt. Aus diesem Anlass wurde das international tätige Künstler_innen- und Kurator_innen-Trio Raqs Media Collective aus Neu-Delhi eingeladen, die historischen Kunstsammlungen der Akademie – Gemäldegalerie, Kupferstichkabinett und Glyptothek – aus einer externen Perspektive zu befragen und ihre thematischen Neuausrichtungen durch den Dialog mit zeitgenössischer Kunst zu begleiten. Basierend auf der Expertise des Hauses eröffnet die Ausstellung Hungry for Time unter Einbeziehung des aktuellen Dekolonialismus-Diskurses in der Kunst und den Kulturwissenschaften die Möglichkeit der Neubetrachtung der drei Sammlungen.

    Im historischen Ambiente der Gemäldegalerie und der zentralen Aula des Hauses inszeniert Raqs Media Collective eine Schau, die sich dem Thema Zeit aus der Perspektive von Hunger und Begehren annähert – dem titelgebenden Hunger nach Zeit. In elf Szenen soll der „Zeithunger“ näher umrissen werden. Werke aus allen Kunstsammlungen treten in diesen Szenen in einen Dialog mit zeitgenössischer Kunst, darunter eigens für die Ausstellung beauftragte Arbeiten.

    Den Kern jeder Szene bildet jeweils ein Werk aus den historischen Beständen, wie das Weltgerichts-Triptychon von Hieronymus Bosch oder Grafik von Thomas Ender. Einige Stationen bespielt Raqs Media Collective mit Unterstützung von Gesprächspartner_innen wie dem Discursive Justice Ensemble oder dem Künstler_innen-Duo Rohini Devasher und Pallavi Paul. Jeder Szenenkern zieht wie ein Magnet weitere Werke an – historische ebenso wie zeitgenössische. Die dadurch erzählten Geschichten handeln von gebrochenen Gliedmaßen und deformierter Gerechtigkeit, von erblühenden Entwürfen zu Raum und Zeit, vom anmaßenden Versuch, der Sterblichkeit zu entrinnen, und von Sichtweisen darauf, wie Gesichter, Landschaften und Blicke eine Sammlung beinahe geisterhaft prägen. Der Weg durch die Szenen lädt die Besucher_innen dazu ein, sich auf die Frage einzulassen, wie wir „epistemischen Ungehorsam“ (Walter D. Mignolo) aufbringen können.

    Im Zusammenspiel von Beleuchtung, akustischem Ambiente, Gegenüberstellungen, Überlagerungen, erklärenden Texten und Randnotizen kommt es zu Brüchen in der Linearität, Kontinuität und Chronologie, wodurch sich von Station zu Station neue Einblicke in die Kunstsammlungen ergeben.